
Die zunehmende Sorge über zu hohe Geschwindigkeiten im Umfeld von Kindertageseinrichtungen wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach in den Vorstandssitzungen des SPD-Ortsvereins Hockenheim thematisiert. Immer wieder wurde darüber diskutiert, wie die Sicherheit von Kindern und ihren Familien verbessert werden kann. Aus diesen Gesprächen entwickelte sich schließlich die Idee, sogenannte Berliner Kissen – flache Fahrbahnerhöhungen zur Geschwindigkeitsreduzierung – im Umfeld besonders gefährdeter Kindertageseinrichtungen einzusetzen. Die SPD-Fraktion griff diese Idee auf und entwickelte daraus einen konkreten Antrag.
Im September 2024 brachte die SPD-Fraktion diesen Antrag im Rahmen der Haushaltsberatungen offiziell ein. Ziel war es, die Anbringung von Berliner Kissen im Umfeld der aufgrund des Verkehrs besonders gefährdeten Kindertageseinrichtungen zu prüfen und damit die Verkehrssicherheit nachhaltig zu erhöhen. Schon damals war der SPD-Fraktion bewusst, dass bis zu einer endgültigen Entscheidung einige Zeit vergehen würde, man war jedoch überzeugt, dass sich durch gezielte verkehrsberuhigende Maßnahmen das Rasen in sensiblen Bereichen eindämmen und Kinder sowie ihre Familien besser schützen lassen.
Nach intensiven und teilweise kontroversen Diskussionen, in denen insbesondere der Eingriff in den Straßenverkehr durch Berliner Kissen kritisch bewertet wurde, fand der Antrag innerhalb des Gremiums dennoch große Zustimmung. Die Ratsmitglieder waren sich einig, dass ohne Veränderungen auch künftig vielerorts zu schnell gefahren würde. Deshalb wurde die Beschlussvorlage schließlich erweitert, sodass geprüft werden sollte, an welchen Kindertageseinrichtungen in ganz Hockenheim Berliner Kissen angebracht werden können.
Natürlich wurden auch andere Maßnahmen diskutiert. Blitzer erschienen vielen Mitgliedern als sehr kostenintensiv und nur punktuell wirksam. Reine Geschwindigkeitsanzeigetafeln wurden ebenfalls nicht als ausreichende Lösung angesehen. Verkehrsinseln wiederum hätten umfangreiche bauliche Eingriffe und deutlich höhere finanzielle Mittel erfordert. Deshalb sprach sich das Gremium dafür aus, die Anbringung von Berliner Kissen und ergänzenden Piktogrammen ernsthaft zu prüfen. Berliner Kissen sollten überall dort eingesetzt werden, wo dies baulich möglich ist. Piktogramme sollten an den Standorten angebracht werden, an denen Berliner Kissen aus verkehrsrechtlichen Gründen nicht umgesetzt werden können. Dieses Stimmungsbild spiegelte sich schließlich auch in der Gemeinderatssitzung im April 2025 wieder, als der Gemeinderat endlich mehrheitlich die weitere Prüfung des Antrags beschloss.
Schließlich präsentierte die Stadtverwaltung Hockenheim in der Gemeinderatssitzung im Oktober 2025 eine umfassend ausgearbeitete Vorlage mit zwölf Standorten, an denen Berliner Kissen oder Piktogramme umgesetzt werden könnten. Nach einer sachlichen, konstruktiven und zugleich kritischen Beratung jedes einzelnen Standortes wurde der Beschluss schließlich einstimmig gefasst.
Natürlich fand die Entscheidung nicht bei allen Beteiligten Zustimmung. Autofahrer, Anlieger und andere Betroffene äußerten Kritik an den geplanten und mittlerweile umgesetzten Maßnahmen. Aus Sicht vieler Bürgerinnen und Bürger – und insbesondere der Familien mit Kindern – überwiegt jedoch der Gewinn an Sicherheit deutlich. Denn in einem Punkt herrschte fraktionsübergreifend Einigkeit: Es muss gehandelt werden, bevor es zu einem schweren Unfall kommt. Denn: Vorsorge ist besser als Nachsorge.
Die SPD-Fraktion freut sich, dass ihr Antrag nach einem langen und intensiven Verfahren nun zu konkreten Ergebnissen geführt hat. Mit den beschlossenen Maßnahmen wird die Verkehrssicherheit im Umfeld der Kindertageseinrichtungen nachhaltig verbessert – ein wichtiger Gewinn für Kinder, Eltern und alle Verkehrsteilnehmenden.